Erfahrungsbericht - ISPO 2019 in München

31.05.2019 17:42

Die ISPO ist die grösste Sport Messe in Europa. Aussteller aus allen Ecken der Welt präsentieren Ihre Produkte und erhoffen Sich gute Geschäfte und neue Kontakte. Vielleicht sogar den Durchbruch auf dem Markt. Vom Schnürsenkel für Triathleten bis zum Stand Up Padelboard für Senioren ist alles dabei was das Sportler Herz höherschlagen lässt.

So wollte auch unser Unternehmen dabei sein und sich von der besten und farbigsten Seite zeigen. Unser Team bestehend aus 4 Frauen und zwei Männer war auf alles gefasst. Nun ja, wir dachten es zumindest. Spätestens nachdem wir die Dimension dieser Messe erfasst hatten war mir etwas flau im Magen. Würden wir total untergehen bei dieser Konkurrenz? Würde das Konzept das ich am Bildschirm erstellt hatte in echt gut aussehen? Was wenn die Wände nicht genug gross sind und die Bilder nicht aufeinander stimmen? Würden uns die Einkäufer beachten oder nur belächeln? Ich war am Ende. Und die Messe hatte nicht mal begonnen. Nach dem wir unseren Standplatz gefunden hatten, kam ich aus dem staunen nicht mehr heraus. Vor uns war der grosse Pool mit Wasser gefüllt und wartete darauf gebraucht zu werden. Wenn es nur nicht so kalt gewesen wäre. Schon die nächste Panik Attacke machte sich breit. Wir wollten ja das man unsere Produkte ausprobieren kann. Bei diesen frostigen Temperaturen würde sich aber bestimmt keine Meerjungfrau ins Wasser trauen.

Keine Zeit um sich Sorgen zu machen. Noch zwei Stunden hatten wir zu Verfügung um unseren Stand aufzubauen. Um uns herum herrschte Chaos und Lärm. Es war irre in was für einem Tempo alles aufgebaut wurde. Nach und nach nahm auch unser Messestand Form und Farbe an. Der letzte Anstrich war gemacht. Es ist immer wieder erstaunlich was Menschen fähig sind auf die Beine zu stellen wenn Sie miteinander zu einem Team verschmelzen. Unser Team war super. Kein Gejammer und kein Gequake alle packten fleissig an, trotz Müdigkeit. Meine Nerven waren auf Draht ich delegierte und kontrollierte mit Argusaugen. Jedes Detail musste stimmen. Als ein Messebauer ein frisch gestrichenes Kästchen anfassen wollte stiess ich einen lauten Schrei aus, der alle zusammenzucken liess. Wie kann eine so kleine Frau so einen Lärm machen?! Was zur Hölle?! «Fassen Sie das nicht an, das ist frisch gestrichen!» krächzte ich den armen Mann an.

«Entschuldigen Sie bitte, ich bin ein bisschen aufgeregt. Es ist unsere erste Messe.» Entschuldigte ich mich. Der Mann grinste mich an und fragte mich ob ich etwas essen möchte? Ich war soeben zu einem Gramling aus der Snickers Werbung mutiert. Ich schmatze vor mich hin und bewunderte unsern Stand. Er war perfekt. Und eine kleine Oase. Glücklich und Zufrieden gingen wir zu Bett. Morgen wird es krachen dachte ich mir.

Um 9:00 Uhr gingen die Tore auf und Menschen strömten durch die Hallen. Es war angenehm warm und alles war auf Hochglanz poliert. Die Aussteller waren ready und wir waren es auch. Die ersten Interessenten blieben an unserem Stand kleben. Die Meerjungfrauen Kostüme haten eine Magische Anziehungskraft. Was bei Kinder mit grossen Augen und einem «WUAOOOO!» ausgedrückt wird. Ist bei Erwachsenen etwas verhaltener. Man schaut auf das Video, fasst die Kostüme an schaut unter den Stoff, biegt und tastet an der Monoflosse herum. Das Interesse ist gross. Was ist das? Was macht man damit? Wie kommt man auf so eine Idee. Was für uns seit bald 5 Jahren absolute Normalität und Alltag ist, ist für unsere Besucher unfassbar. Viele verstehen gleich um was es geht andere brauchen etwas mehr Erklärung. So wie der Hallenbadleiter aus Griechenland. Der junge Mann ist fasziniert und doch kann er nicht glauben das man damit schwimmen kann. Ich erkläre Ihm das es mehr ist als nur eine Verkleidung. Das es sich dabei um einen Livestyle handle und dass wir die Wünsche von Mädchen damit erfüllen. Nicht nur kleine Mädchen sondern auch Erwachsene würden in die faszinierende Unterwasserwelt abtauchen. Es sei eine Motivation schwimmen zu lernen und auf spielerische Weise das Element Wasser neu zu entdecken.

Doch dann sehe ich in meinem Augenwinkel einen Asiaten. Da läuten bei mir die Alarmglocken. Weshalb denke ich da immer gleich an Raubkopien und billige Produkte? Und für uns persönlich jede Menge Ärger. Schlimm das ich Asiaten gleich so abstemple aber dieses Vorurteil kommt auch nicht von ungefär. So beobachte ich ganz genau was der Chinese da treibt. Er möchte gerne ein Bild machen was mir gar nicht passt. Schnell ist er weg und mein Puls auch langsam wieder runter.

Ispo München 2019


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